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Geschichte

Portrait von Mühlethurnen

Das Gemeindewappen

Mühlethurnen ist eine Landgemeinde im mittleren Gürbetal, zwischen Belp und Thun gelegen. Heute beleben rund 1300 Personen unser Dorf, ein Dorf, das heute nicht mehr als Bauerndorf bezeichnet werden kann. Viele EinwohnerInnen gehen in die Zentren von Bern und Thun zur Arbeit.

Im Jahre 1360 wird Mühlethurnen erstmals im Zusammenhang mit einem Ritter Niklaus von Blankenburg schriftlich erwähnt. Der Kabisanbau auf dem Thurnenmoos hat nach geschichtlichen Schriften bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts begonnen. Denn – entsprechend der momentanen Feiern – hat schon damals Jeremias Gotthelf in seinen Kalendergeschichten geschrieben: „und die Kabinetsköpfe wachsen auf wie die Kabisköpfe auf dem Thurnenmoos“. Die Berner Regierung erhielt also bereits zu dieser Zeit einen Seitenhieb.

Mühlethurnen wird noch oft mit Thurnen-kabis in Verbindung gebracht. Die Sauer- krautfabrik Thurnen ist denn auch ein sehr wichtiger Arbeitgeber unserer Gemeinde, namentlich in der Erntesaison ab August.
Zu Ehren dieses bekannten Gürbetaler-Produktes steigt alle 3 Jahre das traditionelle „Chabis-Fest“.

1901 wurde die Gürbetalbahn und somit auch die Station Thurnen eröffnet. Mit dieser Neuerung erhielt auch der Tourismus Aufschwung. In Thurnen hielten sogar Züge des Orientexpresses für die Gäste zum Gurnigelbad. Zeichen dieser Zeit kann man immer noch in unserem Bahnhofgebäude erkennen.
Der Bahnanschluss ist für Mühlethurnen sehr wichtig und sicher einer unserer Trümpfe als idealer Wohnort in einer ruhigen Gegend. Bern ist in 30 und Thun in 20 Minuten erreicht.

Seit jeher existiert der Schulgemeinde- verband Mühlethurnen-Lohnstorf, wo der Kindergarten, die Primar- und Realschule sowie eine regionale Kleinklasse geführt werden. Es dürfte sich um einen der ersten Gemeindeverbände im Gürbetal gehandelt haben. Zur Zeit werden rund 200 Schüler und Schülerinnen unterrichtet. Die Sekun- darschule befindet sich in Riggisberg und wird mit dem Postauto erreicht.

Mühlethurnen hat gut qualifizierte Ge- werbebetriebe. Ein Haus kann man also praktisch vollständig bei einheimischen Handwerkern bestellen. Nebst drei Restaurants, diverse Dienstleistungs- betrieben, sowie Post und einheimische Bank gibt es eine Metzgerei und einen Volg-Laden, wo sich die Haushaltungen mit allen Lebensmitteln eindecken können. Dieses umfassende Angebot erachten wir als sehr wichtig, damit die Gemeinde nicht eine blosse „Schlafgemeinde“ wird. Hingegen vermisst man in Mühlethurnen eine Bäckerei oder andere Läden. Ein Wermuthstropfen ist, dass die BLS den bedienten Bahnschalter im 2005 geschlossen hat. Demgegenüber steht die Absicht, den regionalen Polizeiposten in Mühlethurnen anzusiedeln, was der Gemeinderat sehr begrüsst. Regionale Bedeutung hat auch das Kulturlokal alti Moschti erreicht, das im Winterhalbjahr mit einem breitgefächerten Konzertangebot aufwartet.


Historisches und Anektoden

Rechnung vom 22. Dezember 1910

Im Jahre 1360 findet man Mühlethurnen erstmals im Zusammenhang mit einem Ritter Niklaus von Blankenburg schriftlich erwähnt.

Im Graben wurde 1891 ein elektrisches Kraftwerk durch die Tuchfabrik Bay mit einer Stromleitung nach Belp erstellt. Noch heute produziert der Eigentümer im Graben eigenen Strom.

Aus 1831 stammen erste Aufzeichnungen der heutigen Einwohnergemeinde-Form.

1894 leistete die Gemeinde an die Gürbe- talbahn einen Beitrag von Fr. 15'000.- (wohl erster ÖV-Beitrag).

1836 sind Landflächen noch in „Schuh“ gemessen worden. Eine Jucharte waren 40'000 Schuh.

Mit der Gürbetalbahn erhielt auch der Tourismus Aufschwung. In Thurnen hielten sogar Züge des Orient-Expresses für die Gäste zum Gurnigelbad. Im Bahnhof hatte es einen sogenannten "Engländerwartsaal".

1837 wird ein Prozess wegen 5 ge- stohlener Kühe geführt.

1898 gab es erste elektrische Strassen- lampen ab der Stromproduktion im Graben.

Der Kabisanbau auf dem Thurnenmoos muss bereits zu Beginn des 19. Jahrhundert begonnen haben. 1844 schrieb nämlich Jeremias Gotthelf in seinen Kalender- geschichten: „Und die Kabinetsköpfe wachsen auf wie die Kabisköpfe auf dem Thurnenmoos“. Die Berner-Regierung erhielt also bereits zu dieser Zeit einen Denkzettel.

1899 ist die Burgergemeinde Mühlethurnen durch die Einwohnergemeinde Mühle- thurnen übernommen worden. Das an die Einwohnergemeinde abgetretene Ver- mögen betrug Fr. 10'830.54

1846 ist ein Aufseher wegen Kabisdieben bestellt worden.

1901 ist die Gürbetalbahn und damit die Station Thurnen eröffnet worden. Die Strecke führte vorerst bis Burgistein und erst ein Jahr später bis Thun.

In alten Protokollen um 1850 ist nachzu- lesen, dass Holzfrevel im Burgerwald beklagt wird und sie deshalb zur besseren Aufsicht einen neuen Bannwart wählten.

Im 1. Weltkrieg 1914-1918 wurden nebst Holz auch getrocknete Chabisstorzen als Heizmaterial verwendet.
Mit der Gürbetalbahn erhielt auch der Tourismus Aufschwung. In Thurnen hielten sogar Züge des Orient-Expresses für die Gäste zum Gurnigelbad. Im Bahnhof hatte es einen sogrnannten „Engländerwartsaal“.

1850 gab es den ersten Briefträger in Mühlethurnen. Das Postbüro befand sich in Belp.

1914, also im ersten Weltkrieg, wurde die Sekundarschule unter Mithilfe der Schüler vom Mühlebach mit Hilfe des Schönegg-Eselis nach Riggisberg gezügelt.

Um 1850 erhielten diverse Bürger von der Gemeinde einen finanziellen Zustupf, wenn sie nach Amerika auswandern wollten.

1916 ist die Chabisanbau- und Ver- wertungsgenossenschaft Thurnen gegründet worden.

Anno 1852 ist der alte Franken ausser Kurs und - aufgrund der neuen Bundesverfassung von 1848 - der neue Schweizer Franken in Umlauf gebracht worden. Beinahe hätte das gesparte Geld im Strumpf seinen Wert verloren.

1917 ist die noch heute betriebene Sauer- krautfabrik gebaut worden.

Cirka 1861 bis 1870 ist die Gürbe begradigt und damit das Thurnenmoos entsumpft worden. Ein weitsichtiges Projekt.

Mit der Sprachreform 1945 wurde der Chabis zum Kabis.

1865 Gründung der Schwellengenos- senschaft Gürbe-Müsche.

Die häufigsten Namen in Mühlethurnen sind im 19. und bis Ende 20. Jahrhundert „Hirter“, „Trachsel“, „Balsiger“, „Kunkler“, „Masshardt“.

Mühlethurnen erhielt erst 1873 eine Post- ablage. Erster Posthalter war ein Christian Balsiger, zugleich Briefträger.

Die Burgergemeinde und die Einwohner- gemeinde existierten nebeneinander als eigenständige Verwaltungseinheiten. Die Einwohnergemeinde war der Burger- gemeinde übergeordnet. Man sprach von Gemeinde-Dualismus.

1877 ist eine regionale Sekundarschule im Mühlebach errichtet worden. Der Unterricht fand im heutigen Restaurant Mühlebach statt. Wegen des langen Schulweges fehlten vor allem Schüler aus Rüeggisberg und Fultigen

Die Sekundarschüler begegneten um die Jahrhundertwende täglich der Postkutsche Thurnen-Riggisberg und dem 5-Spänner zum Gurnigelbad.

1877 Bau der Gürbebrücke an der Moos- strasse. Bauart unbekannt. Ersatzbrücke 2004.

1924 übernahm die Gemeinde die bisherige private Wasserversorgung und baute auf dem Rebhubel ein Reservoir, das bis 2004 praktisch unverändert in Betrieb war. 2004 erfolgte der Neubau des neuen Reservoirs für 1000 m3 Wasser.

1885 gab es einen Postkurs Bern-Belp-Mühlethurnen-Wattenwil-Thun. In Mühlethurnen nur Halt auf Verlangen.

1945 wurde die Wasserversorgung durch das Grundwasserpumpwerk im Mad erweitert und ist noch heute ein wichtiger Bestandteil der Wasserversorgung, die übrigens seit 1924 auch unsere Nachbar- gemeinde Lohnstorf versorgt.

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